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Grundschule Grube-Ganztagsschule - Wenddorf 17 - 23749 Grube - Tel (04364) 390 - E-Mail: grundschule.grube@schule.landsh.de - Webdesign: 25net

Platt maakt plietsch!

Konzept für den Plattdeutschunterricht an der Grundschule Grube


Wer wi sünd und wat wi wöllt:

Unsere Schule in Grube ist eine reine Grundschule. Sie wurde im Jahre 2004 als Offene Ganztagsschule anerkannt. 1954 wurde sie als Grund- und Hauptschule erbaut. Die Hauptschule bestand bis zum Jahre 2008 fort.

Unsere Grundschule hat einen ländlichen Einzugsbereich, der insgesamt ca. 4300 Einwohner umfasst. In den Gemeinden unserer Schule ist Plattdeutsch noch immer eine lebendige Alltagssprache. Viele Kinder hören ihre Eltern, Großeltern und Nachbarn regelmäßig Plattdeutsch sprechen und entwickeln daraus eine Art passive Sprachkompetenz. Diese Sprachkompetenz zu einer mehr oder weniger aktiven Kompetenz zu entwickeln, ist u.a. im Verlaufe der Berufslaufbahn vorteilhaft, wenn man sich beispielsweise im Tourismus, im Versicherungswesen, Banken, Einzelhandel mit Kunden oder Gästen in ihrer Sprache, z.B. in Plattdeutsch unterhalten kann.

Es ist nicht Aufgabe der Gruber Grundschule, dass unsere Schüler perfekt Plattdeutsch lernen, wie eine 2.Fremdsprache neben Englisch, aber ein gewisses Verständnis für das Gruber Platt als ein zu unserer Gegend gehörendes Kulturgut und dessen Wertschätzung soll bei unseren Schülern entwickelt und gefördert werden.

Worüm wi  Plattdütsch leern wüllt:

Die Europäische Charta für Regional-und Minderheitensprachen trat 1999 in Kraft und gilt seitdem als Bundesgesetz, das Niederdeutsche ist dabei die einzige anerkannte Regionalsprache in Deutschland neben Dänisch, Friesisch, Sorbisch und Romanes. Der Europarat hat das Ziel formuliert, dass jeder europäische Bürger mindestens 3 Sprachen fließend beherrschen soll: eine International-, eine National- sowie eine Regionalsprache.  Für Menschen aus unserer Region könnte das also Hochdeutsch, Englisch und Plattdeutsch sein.

Erwiesenermaßen führt eine frühe Mehrsprachigkeit zu einem höheren Sprachbewusstsein, welches wiederum das Erlernen weiterer Sprachen begünstigt. Es entstehen fortwährende Reflexionen über Sprache, die die Auffassungsgabe und das abstrakte Denken trainieren – Platt maakt plietsch!
Im Lehrplan Deutsch für Grundschulen in Schleswig-Holstein ist Niederdeutsch darüber hinaus verbindlich festgeschrieben.

Wat wi al maakt  un wat wi noch vörhebb:

Im Bereich der plattdeutschen Sprache bestehen bereits jetzt enge Verknüpfungen von unserer Schule mit einigen Institutionen des Einzugsgebietes:

Diese Verknüpfungen wollen wir in den nächsten Jahren ausbauen und intensivieren.

Der Plattdeutschunterricht an unserer Schule wurde bis Schuljahresende 2015/2016 wie folgt erteilt:

Ab Schuljahr 2014/15

Ab Schuljahr 2015/16

Nach 2 Jahren – am Ende des Schuljahres 2015/2016 – erfolgte die geplante kritische Bestandsaufnahme/ Evaluation des bisherigen Konzeptes. Daraus resultiert eine Umstrukturierung des Plattdeutsch-Unterrichts an unserer Schule.

Damit die Häufigkeit der Begegnung mit der Sprache erhöht wird und gleichzeitig die anderen Lehrkräfte der Schule die Sprache ebenfalls erlernen können, werden ab Schuljahr 2016/2017 pro Klasse statt wie bisher 1 Wochenstunde Plattdeutsch im Musikunterricht nunmehr  2x wöchentlich je 20 Minuten Plattdeutsch integriert in den laufenden Fachunterricht unterrichtet – die Praxis gestaltet sich dermaßen, dass die Plattdeutsch-Lehrkraft als eine Art „Wanderlehrkraft“ reihum den Unterricht der Kollegen auf Plattdeutsch mitgestaltet. Weiterhin wird je Klassenstufe eine AG-Stunde Plattdeutsch pro Woche angeboten. Der Plattdeutschunterricht an unserer Schule soll ab jetzt folgendermaßen erteilt werden:

Ab Schuljahr 2016/17

Ab Schuljahr 2017/2018 soll der Plattdeutschunterricht in den Klassenstufen 1-4 nach obigem Modell weitergeführt werden. Spätestens Ende des Schuljahres 2017/2018 soll eine Evaluation des vorliegenden Konzeptes erfolgen.

Denkbar wäre auch in Einzelfällen zusätzlich zu den beiden wöchentlichen Plattdeutschstunden eine epochale Ballung des Plattdeutsch-Unterrichts z.B. zur Einübung eines Theaterstückes. Um eine Überforderung zu vermeiden, die Motivation zu erhalten und das Einüben zu erleichtern, werden die plattdeutschen Redewendungen in kurzen Sequenzen häufig wiederholt. Durch den Vortrag von Liedern, Gedichten und Theaterstücken in der Öffentlichkeit bzw. vor anderen Schülern wird der Umgang mit der plattdeutschen Sprache auch für Außenstehende erfahrbar. Darüber hinaus nehmen wir am jährlichen landesweiten Vorlesewettbewerb „Schölers leest Platt“ teil.

Verwirklicht werden soll wie bisher auch zukünftig die Erweiterung von Präsenz des Plattdeutschen an unserer Schule wie  z.B ein „Plattdüütsch Eck“ (Pinnwand im Hauptflur, von den Schülern gestaltet und regelmäßig aktualisiert  mit Witzen, Sprüchen, News auf Platt), Schulordnung auf Platt, Plattdeutsche Sketche und Theater, plattdeutsche Lieder und Gedichte, Behandlung altersgerechter niederdeutscher Texte (Sagen, Märchen, Ganzschriften), evtl. plattdeutscher schulinterner Lesewettbewerb, plattdeutscher Bereich auf der Schul-HP, Plattdeutsch-Thema im Rahmen des jahrgangsübergreifenden Projektunterrichts etc. Der Unterricht in den beiden Plattdeutsch-Stunden pro Klassenstufe findet von Seiten der Lehrkraft soweit wie möglich einsprachig auf Plattdeutsch statt. Im Zeugnis wird „hat am wöchentlichen Plattdeutsch-Unterricht teilgenommen“ vermerkt sowie die Teilnahme an der Plattdeutsch-AG ausgewiesen.

Womit wir leern wüllt:

In den letzten Jahren haben sich viele Verlage dem Plattdeutschen zugewandt und grundschulgeeignete Bücher und Materialien veröffentlicht. So ist eine Einführung von „Emmi“ geplant. Die Website plattolio.de bietet den Lehrkräften kostenlos Zugang zu reichhaltigem Unterrichtsmaterial  Niederdeutsch an. Des Weiteren streben wir die möglichst häufige Einbindung externer Muttersprachler aus dem dörflichen Umfeld in unseren Plattdeutsch-Unterricht an.
Eine kleine plattdeutsche Bibliothek bzw. eine Bücherkiste pro Klasse sollen angeschafft werden und jährlich erweitert werden. Das Einüben eines bestimmten verbindlichen Kontingents an plattdeutschen Liedern zur schulinternen Weihnachtsfeier soll zur festen Tradition werden.

Un dat hebb wi dorvon:

Lebenslanges Lernen, Betonung der Selbstlernkapazitäten und der möglichst frühe Beginn des Sprachenlernens ist ein wichtiges Prinzip, der frühe Beginn beim Erlernen der Regionalsprache gibt Hilfen beim Erlernen weiterer Fremdsprachen und dadurch größere Chancen im internationalen Wettbewerb. Wenn im 3. Und 4.Schuljahr der Englischunterricht beginnt, können Vergleiche zwischen der regionalen und der internationalen Sprache gezogen werden. Durch das Lernen der Regionalsprache werden die eigenen kulturellen Werte und Einflüsse bewusst. Das Kennen der eigenen Kultur erleichtert das Erfassen kultureller Unterschiede und somit die Akzeptanz anderer Kulturen. Es bietet sich an, die kulturellen Schätze der Region (das Niederdeutsche) zu nutzen. In unserer Region wird das Plattdeutsche noch von vielen Erwachsenen gesprochen. Da das aber nicht mehr in allen Familien gegeben ist, besteht in der Schule für jeden Schüler die Chance, mit der niederdeutschen Sprache in Kontakt zu kommen.



Grube, am 31.01.2017

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Auftritt der Schule auf dem Festkommers der Gruber Gilde im Juni 2017
 

Ein lütt Geschieht ut unsern Schaulalltag

Jeden Friedag heb wie 2 Stünd Projektunterricht. Dat findet nich in de Klassen statt, sondern wie misch de Kinner. ln jeder Projektgrupp sünd Scheuler ut de Klasse ein, twei, drei und vier. Dat ist ganz spannend, denn
de groten Scheuler help de Lütten und de Lütten kiek siek veel von de Groten aff.

Im Moment heb wie gro dat Thema „Generationen": Öllern, Grotöllern, Stammbeum,"Was wär fröer anners aff hütt?" Een Projektgruppe neit tum Biespäl Kuscheltiern sülber.

Wi harn over uk schon einmool dat Thema „Afrika" oder dat „Handwerk". Dor wör tumm Biespeel stick, kock, soogt. Dat meuk de Kinner veel Spooss.

Und weil wi jo nun im Lutherjohr sünd, weer uns letztes Projekthema „Luther", dormit dee Scheuler siek richtig gaut utkennt. ln ein Grupp weer ünner annern dat Thema, dat Martin Luther dee Bibel von Latiensch int
Dütsche översett hett. Dortau wies de Lehrerin de Kinner ein ole Lutherhandschrift - sülbs för uns kuum tau entziffern- und se freuch wat för Sprok dat wohl ist?

Dee Scheuler kiek siek de Schrift an und överlegt ein ganze Wiel. Dor vermaut ein Zweiklässler ganz irnst: „Oh, das ist bestimmt PLATTEINISCH"

Im Juni 2017
 

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